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REHA-Gewebe: Anforderungen an technische Textilien für Rollstuhl, Sitz und Positionierung

vor 11 Minuten
4 Min. Lesezeit
Reha Gewebe

Textilien im REHA-Bereich müssen deutlich mehr leisten als nur eine ansprechende Oberfläche. Ob Rollstuhlsitz, Rückenbespannung, Positionierungssystem, Sitzkissen oder Polsterelement – je nach Anwendung werden sehr unterschiedliche Anforderungen an das eingesetzte Material gestellt.

Ein geeignetes REHA-Gewebe muss Komfort, Belastbarkeit und Funktion miteinander verbinden. Gleichzeitig spielen Hygiene, Verarbeitung und Wirtschaftlichkeit eine wichtige Rolle.

Doch welches Gewebe eignet sich für welche Anwendung in der Reha-Technik?


Was muss ein gutes REHA-Gewebe leisten?

Bei der Auswahl technischer Textilien für die Reha-Technik reicht es meist nicht aus, nur einen einzelnen Materialwert zu betrachten.


Je nach Einsatzbereich können unter anderem folgende Eigenschaften entscheidend sein:


  • Elastizität und Dehnverhalten

  • gutes Rücksprungverhalten

  • Formstabilität

  • Atmungsaktivität

  • Feuchtigkeitsmanagement

  • hohe Scheuerbeständigkeit

  • angenehme Haptik

  • Reinigungsbeständigkeit

  • Desinfektionsmittelbeständigkeit

  • gute Verarbeitbarkeit


Dabei gibt es nicht das eine ideale Gewebe für alle REHA-Anwendungen. Entscheidend ist immer, welche Funktion das Material im späteren Produkt erfüllen soll.


2-Way-Stretch oder 4-Way-Stretch im REHA-Bereich?

Stretchgewebe werden in vielen Bereichen der Reha-Technik eingesetzt. Wichtig ist dabei nicht nur, wie stark sich ein Material dehnen lässt, sondern auch, in welche Richtungen die Dehnung erfolgt.


Ein 2-Way-Stretch-Gewebe kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn eine gezielte Dehnung in einer bestimmten Richtung benötigt wird.


Ein 4-Way-Stretch-Gewebe ermöglicht dagegen eine Anpassung in mehrere Richtungen und kann sich dadurch besonders gut an dreidimensionale Formen und Bewegungen anpassen.


Mindestens ebenso wichtig wie die Dehnung ist das Rücksprungverhalten des Gewebes. Nach längerer Belastung sollte das Material möglichst wieder in seine ursprüngliche Form zurückkehren.

Gerade bei Sitz- und Positionierungslösungen kann diese Eigenschaft einen erheblichen Einfluss auf die dauerhafte Funktion des Produkts haben.


Atmungsaktive Gewebe für Rollstuhlsitze und Rücken

Bei längeren Sitzzeiten gewinnen Luftzirkulation und Feuchtigkeitsmanagement zunehmend an Bedeutung.


Hier können beispielsweise 3D-Abstandsgewirke interessante Eigenschaften bieten. Durch ihren dreidimensionalen Aufbau entsteht zwischen den Materialebenen ein Zwischenraum, der je nach Konstruktion eine bessere Luftzirkulation ermöglichen kann.


Deshalb werden Abstandsgewirke unter anderem für Anwendungen interessant, bei denen Belüftung, Polsterwirkung und Feuchtigkeitstransport miteinander kombiniert werden sollen.

Ob ein bestimmtes Abstandsgewirke tatsächlich für einen Rollstuhlsitz, eine Rückenauflage oder ein anderes REHA-Produkt geeignet ist, hängt jedoch immer vom jeweiligen Materialaufbau und der konkreten Anwendung ab.


Scheuerbeständigkeit und Belastbarkeit von REHA-Textilien

Textilien in der Reha-Technik sind häufig einer hohen mechanischen Beanspruchung ausgesetzt.

Bewegungen des Nutzers, wiederholtes Ein- und Aussteigen, Druckbelastungen sowie Reibung zwischen Kleidung und Oberfläche beanspruchen das Material dauerhaft.


Eine hohe Scheuerbeständigkeit ist deshalb für viele Anwendungen wichtig.Der Blick auf einen einzelnen Scheuertest reicht für die Materialauswahl jedoch nicht immer aus. Auch Faktoren wie Elastizität, Oberflächenstruktur, Materialaufbau, Rücksprungverhalten und die Art der späteren Belastung sollten berücksichtigt werden. Ein Gewebe mit einem hohen Prüfwert ist nicht automatisch für jede REHA-Anwendung die beste Lösung.


Reinigung und Desinfektion: Hygiene als wichtige Anforderung

Rollstühle, Sitzsysteme und andere Produkte aus dem REHA-Bereich müssen regelmäßig gereinigt werden. Je nach Einsatzgebiet kommen zusätzlich Desinfektionsmittel zum Einsatz. Das stellt besondere Anforderungen an textile Oberflächen.


Ein geeignetes Gewebe für medizinische oder rehabilitative Anwendungen sollte daher nicht nur mechanisch belastbar sein. Auch seine Beständigkeit gegenüber den vorgesehenen Reinigungs- und Desinfektionsverfahren muss geprüft werden.


Dabei sollte immer der komplette Materialaufbau betrachtet werden. Denn nicht nur das Obermaterial, sondern beispielsweise auch Schaumstoffe, Klebstoffe, Membranen oder Kaschierungen können durch Reinigungsprozesse beeinflusst werden.


Kaschierte Gewebe erweitern die Möglichkeiten

Viele gewünschte Eigenschaften lassen sich nicht mit einem einzigen Material erreichen.

Eine Möglichkeit ist deshalb die Kaschierung verschiedener Materialien.


Technische Gewebe können beispielsweise verbunden werden mit:


  • Schaumstoffen

  • Membranen

  • Vliesstoffen

  • weiteren textilen Komponenten

  • Funktionsschichten


Durch eine solche Kaschierung lassen sich Eigenschaften wie Griff, Polsterwirkung, Stabilität, Volumen oder Oberflächenverhalten gezielt beeinflussen. Für ein gutes Ergebnis müssen die eingesetzten Komponenten allerdings aufeinander abgestimmt sein. Nicht nur das einzelne Gewebe, sondern der gesamte Materialverbund muss für die vorgesehene Anwendung geeignet sein.


Technische Eigenschaften allein entscheiden nicht

Bei der Entwicklung eines neuen Produkts liegt der Fokus zunächst häufig auf den technischen Materialeigenschaften. Für eine dauerhaft einsetzbare Lösung sind jedoch weitere Faktoren entscheidend.


Dazu gehören beispielsweise:


  • Verfügbarkeit des Materials

  • Mindestbestellmengen

  • reproduzierbare Qualität

  • Verarbeitbarkeit

  • Lieferzeiten

  • Wirtschaftlichkeit

  • Möglichkeiten zur individuellen Anpassung


Ein technisch hervorragendes Material ist für einen Hersteller nur dann eine gute Lösung, wenn es auch langfristig verfügbar und wirtschaftlich einsetzbar ist. Deshalb sollte die Auswahl eines REHA-Gewebes nicht ausschließlich anhand eines technischen Datenblattes erfolgen.


Die Anwendung bestimmt das Material – nicht umgekehrt

Die Auswahl technischer Textilien für die Reha-Technik beginnt idealerweise nicht beim vorhandenen Gewebe, sondern bei der späteren Anwendung.


Wo wird das Material eingesetzt?


Welche Bewegungen und Belastungen treten auf?


Soll die Oberfläche stark dehnbar oder besonders formstabil sein?


Wie wichtig sind Luftzirkulation und Feuchtigkeitstransport?


Wie wird das fertige Produkt gereinigt und desinfiziert?


Welche Anforderungen bestehen bei der Verarbeitung?


Erst wenn diese Fragen geklärt sind, lässt sich gezielt nach einer geeigneten Materiallösung suchen.


REHA-Gewebe und individuelle Materiallösungen von BVS-Gewebetechnik

BVS-Gewebetechnik beschäftigt sich seit vielen Jahren mit technischen Textilien für den REHA-Bereich. Das Spektrum reicht von Stretchgeweben und 3D-Abstandsgewirken bis hin zu individuellen Kaschierungen und Materialverbunden.


Dabei unterstützen wir unsere Kunden nicht nur bei der Suche nach einem geeigneten Gewebe, sondern auch bei der Auswahl und Entwicklung von Materiallösungen für konkrete Anwendungen.


Sie entwickeln einen neuen Rollstuhlsitz, eine Rücken- oder Positionierungslösung, ein Polsterelement oder ein anderes Produkt für die Reha-Technik?


Oder suchen Sie eine Alternative für ein bestehendes Material?


Sprechen Sie mit uns über Ihre Anwendung. Gemeinsam prüfen wir, welche Gewebe- oder Kaschierungslösung zu Ihren Anforderungen passt.

 
 
 

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